Edelkastanie - Video, Pflegehinweise, Gärtnertipps und weitere Informationen zu Edelkastanie
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Edelkastanie

  Castanea sativa
 

Der Baum, der uns die leckeren Maronen schenkt

Die Edelkastanie, auch Esskastanie oder einfach nur Kastanie genannt, findet man gern an den steilen Hängen der Alpen. Aber auch in Deutschland wachsen sie in Gebieten mit gemäßigten Temperaturen.
Ihre Nussfrüchte sind bekannt und begehrt und dürfen auf keinem Weihnachtsmarkt fehlen. Als Maroni oder Maronen werden sie direkt aus dem Röster heiß serviert. Die Schale lässt sich leicht abpellen und hervor kommt die stärkereiche braune Nuss, die warm am Besten schmeckt. Was wir aber heute als Leckerei genießen, war für die Bewohner des südlichen Alpenlandes früher das Hauptnahrungsmittel, ob roh, gekocht oder als haltbares Mehl aus dem sich allerlei Gerichte zubereiten ließen.
Edelkastanien können sehr hoch, ausladend und alt werden. Ein besonders herausragendes Beispiel ist der „Castagno dei Cento Cavalli“, der Kastanienbaum der hundert Pferde, auf Sizilien. Experten schätzen den Baum auf 2000-4000 Jahre. Damit dürfte er der älteste Baum Europas sein.

Edelkastanie Bestimmung

Zu der Gattung der Kastanien (Castanea) zählt man ca. 12 Arten, wovon die Esskastanie die einzige in Europa wachsende Art ist. Kastanien gehören zur Familie der Buchengewächse (Fagaceae).

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Edelkastanie Herkunft

Die Edelkastanie bzw. Esskastanie stammt ursprünglich aus Südeuropa und dem Balkan. Sie wird schon seit tausenden von Jahren vom Menschen genutzt. Die Römer kultivierten sie überall in den neu eroberten Gebieten und trugen zur Verbreitung in Europa bei. Die Griechen nannten sie die „Eichel des Zeus“ und nutzten sie auch in der Heilkunde. In Deutschland findet man die Edelkastanie als Nutzpflanze meist dort wo Wein angebaut wird, zum Beispiel in der Pfalz, Baden-Württemberg oder im Elsass.

Edelkastanie Wuchs

edelkastaniee-esskastanie-fruchtbecherEdelkastanien bzw. Esskastanien sind winterharte sommergrüne Laubbäume, die Höhen von 30 Metern erreichen können. Sie gehören zu der Familie der Buchengewächse und sind daher nicht verwandt mit den Rosskastanien, auch wenn sich die Nüsse sehr ähnlich sehen.
Die Edelkastanie bildet ein dichtes Wurzelwerk mit einer Pfahlwurzel, und hat daher eine gute Standfestigkeit. Die glatte Rinde der jungen Kastanien ist silbrig grau, die Borke älterer Bäume tendiert zu graubraun und bekommt tiefe Risse. Auf einem kurzen Stamm bilden sich wenige starke Äste und eine ausladende Krone. Im hohen Alter kann der Stamm teilweise hohl werden, behält aber zunächst noch die Festigkeit.
Die 10 bis 25 Zentimeter langen, dunkelgrünen Blätter der Edelkastanie sind oberseitig ledrig glänzend unten etwas heller. Sie haben eine länglich lanzettliche Form und sind an den Rändern gezahnt. Sie erscheinen im April und Mai und nehmen ab Oktober eine gelbbraune Herbstfärbung an, bevor sie im Spätherbst fallen.
edelkastanie-esskastanie-bluetenAb Juni erscheinen die Blüten an den Kastanienbäumen. Auffällig sind die männlichen Blütenstände, die in langen gelblichen Kätzchen herunterhängen. Die weiblichen Blütenstände dagegen sind unscheinbar. Die Kastanien-Pollen riechen stark und unangenehm und werden von Insekten transportiert.
Nach der Befruchtung entwickeln sich stachelige Fruchtbecher die bis zu drei braune Nüsse enthalten und im Herbst zu Boden fallen. Diese Nüsse werden im Volksmund „Kastanien“ genannt.
Über den Winter verliert die Esskastanie ihr Laub und treibt im zeitigen Frühjahr wieder aus.

Edelkastanie Pflege

Edelkastanien wachsen problemlos in gemäßigten Zonen. Im ausgewachsenen Zustand brauchen sie keine besondere Pflege.

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Edelkastanie Standort

Die Esskastanie mag sauren lockeren Boden. Schwere tonhaltige Böden bekommen ihr weniger. Sie bevorzugt vollsonnige Lagen, benötigt ein mildes Klima mit wenig Kälteanteil, übersteht aber gut kurze Frostperioden.

Edelkastanie gießen

Ihr Wasserbedarf ist durchschnittlich, allerdings verträgt sie keine anhaltende Trockenheit.

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Edelkastanie düngen

Jungbäume können in den ersten Jahren mit Kompost oder Stallmist versorgt werden. Bei älteren Bäumen ist eine Düngung nicht mehr erforderlich.

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Edelkastanie ernten

Erntezeit ist im Oktober wenn die reifen Fruchtbecher herunterfallen. Die Nüsse können entweder aufgelesen werden oder man schüttelt an den Ästen. Es empfiehlt sich Handschuhe zu tragen, da die Stacheln der Fruchtbecher sehr spitz sind.

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Edelkastanie lagern

Die Früchte sind nicht lange haltbar und sollten innerhalb von ein paar Tagen verzehrt oder verarbeitet werden.

Edelkastanie schneiden

Edelkastanien werden als Jungbäume beschnitten, um den Wuchs zu lenken. Danach ist ein Schnitt nicht mehr zwingend notwendig. Allee 8-10 Jahre kann ein Auslichtungsschnitt vorgenommen werden, bei dem man altes Holz oder Wassertriebe entfernt. Generell verträgt die Edelkastanie auch einen Schnitt der Spitze. Allerdings kann der Baum dadurch seine ausgeglichene Form verlieren. Schnittstellen sollten unbedingt verschlossen werden. Hierfür gibt es Wundverschlussmittel speziell für Kastanienbäume.

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Edelkastanie überwintern

Jungbäume müssen teilweise noch mit einem Winterschutz versehen werden. Ältere Bäume sind dagegen weitgehend winterhart. Allerdings werden in kühleren Klimazonen die Früchte nicht groß.

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Edelkastanie vermehren

In der Nutzwirtschaft und auch im Gartenbereich werden vorwiegend veredelte Jungbäume verwendet. Dabei werden gut tragende Sorten auf gut wurzelnde Unterlagen gepfropft.
Man kann aber auch einfach eine Kastanie oder Maroni in die Erde stecken. Sie keimt im Frühjahr und wächst relativ schnell zu einem kleinen Baum heran. Aber dann muss man geduldig sein, denn Edelkastanien tragen in der Regel erst nach circa 25 – 30 Jahren.

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Edelkastanie anpflanzen

In Gegenden mit gemäßigtem Klima, können die Jungbäume der Edelkastanien direkt gepflanzt werden. An kritischen Standorten zieht man sie am besten einige Jahre in Kübeln vor, die im Winter in frostfreien Räumen stehen, bevor sie endgültig ausgepflanzt werden.

Edelkastanie Krankheiten

Bekannt ist vor allem der Kastanienrindenkrebs, ein parasitärer Schlauchpilz, der im vorigen Jahrhundert die Bestände südlich der Alpen empfindlich dezimiert hat und nach einem verheerenden Wirken in den USA seit einigen Jahren auch in Mitteleuropa aktiv ist. Helfen soll ein Virus, der den Rindenkrebs schwächt. Die Forschung ist in vollem Gange.

Praxistipps

Edelkastanie Verwendung

Die Früchte der Esskastanien, die Maronen, werden vielseitig verarbeitet. Sie enthalten viel Stärke und waren schon früher ein wichtiges Nahrungsmittel in alpinen Gegenden.

Edelkastanien in der Küche

edelkastanie-esskastanie-maronenEin großer Teil der Maronen wird gekocht und als Beilage bzw. Zutat zu Hauptgerichten serviert. Beliebt sind Maronis auch geröstet. Sie werden als Nascherei auf Weihnachtsmärkten angeboten. Maronis werden aber auch zu Pürees oder Cremes verarbeitet.
Man kann die Früchte zu Mehl verarbeiten und daraus Brot, Gebäck, Pasta oder Gnocchi herstellen. Und auch alkoholische Getränke lassen sich aus der vielseitigen Frucht herstellen.

Die Zubereitung von Maronen zum schnellen Verzehr ist ganz einfach. Sie können im Wasser circa 10 Minuten gekocht oder im Ofen 15 Minuten bei 200 Grad geröstet werden. Vor dem Erhitzen sollte man die Schale mit einem Messer kreuzweise anritzen, da die Nüsse ansonsten „explodieren können“. Das ist nicht gefährlich, aber unangenehm wenn die heißen Teile der Maroni durch die Küche fliegen. Die Maronen schmecken nussig und etwas süßlich. Schon eine kleine Portion von 200-300 Gramm kann sättigend sein.

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