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Narzisse

  Narcissus
 

Farbenpracht zur Osterzeit

Narzissen, teilweise auch Osterglocken genannt, sind neben Tulpen die vorherrschenden Pflanzen, die schon im Frühjahr Gärten und Parks eine erfrischende Note verleihen. Ihre Blüten in Gelb- und Weißtönen leuchten im Sonnenlicht und ziehen allerlei Insekten an. Die Zwiebelpflanze wird in zahlreichen Sorten im Handel angeboten und ist, einmal gesetzt, eine pflegeleichte und zuverlässige Bereicherung für Jahre. Lässt man sie gewähren, so bildet die Narzisse große imposante Horste, die selbst eine öde Verkehrsinsel zum Blickfang machen.
Auch als Schnittblume ist sie überaus begehrt und gerade im Frühjahr eine der verkaufsstärksten Pflanzen im Handel.
Zeitig im Jahr werden auch kleine dekorative Töpfe angeboten, in denen die Narzissenzwiebeln auf der Erde sitzen und üppige Blüten bilden. Ein schönes Dekorationselement für die Osterzeit.

Narzisse Bestimmung

Die Gattung der Narzissen (Narcissus) gehört zur Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae).

narzisse-bluete-parkNarzisse Herkunft

Narzissen stammen ursprünglich aus dem südlichen Teil Europas und werden schon in antiken Schriftstücken beschrieben.
In die mitteleuropäischen Gärten kamen sie zusammen mit der Tulpe und anderen Zwiebelgewächsen im sechzehnten Jahrhundert. Heute kennt man ca. 20 Arten mit mehr als 2000 Sorten. Eine davon ist die Osterglocke, die in Mitteleuropa auch wild wächst und in ihrem Namen die Blütezeit trägt.

Narzisse Wuchs

narzisse-kleine-sorte-bluete-nahDie Narzisse ist eine horstbildende Zwiebelpflanze, die einige Jahre alt werden kann. Sie treibt im zeitigen Frühjahr ihre Spitzen aus dem Boden. Diese sind anfangs von einer pergamentartigen Hülle umgeben, den Scheidenblättern, die die frischen sattgrünen Blatttriebe wie ein Köcher zusammen halten.
Von Februar bis Mai erscheinen an 10-80 cm hohen Stilen die Knospen. Die meisten Sorten entwickeln nur eine Blüte pro Stängel. Ein paar wenige Züchtungen allerdings bis zu zwanzig. Es gibt ca. 50 verschiedene Arten und unzählige Sorten, die in gelb, weiß, orange und unterschiedlichsten Mischungen aus diesen Farben blühen. Auch die Blütenformen sind unterschiedlich. Charakteristisch ist eine trompetenartige Nebenkrone umrahmt von Hauptkronblättern. Einige Sorten sind gefüllt. Die meisten Narzissen verströmen einen angenehmen Duft.
narzisse-samenentwicklungNach der Blüte entwickeln sich die Kapselfrüchte in denen die schwarzen Samen heranreifen. Sind die Kapseln reif, springen sie schon bei leichter Berührung auf und entlassen die Samen, die vom Wind oder Tieren verbreitet werden.
Parallel zur Samenentwicklung lagert die Zwiebel  für einige Wochen über ihr Blattwerk Nährstoffe ein. Danach vergeht das Blattwerk und die Wurzeln gehen ebenfalls ein. Über den Sommer ist die Pflanze oberirdisch verschwunden.
Nach einer Ruhephase bildet die Zwiebel aus der Zwiebelplatte neue Wurzeln und treibt am Ende der kalten Jahreszeit wieder aus.

Narzisse Giftstoffe

Narzissen enthalten in allen Pflanzenteilen Amaryllidaceen-Alkaloide wie Galantamin, Narcissin oder Lycorin die schwach giftig sind und zu gesundheitlichen Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen führen können.
Der Saft der Pflanze kann Hautirritationen auslösen, die sogenannte „Narzissenkrankheit“, die hauptsächlich Floristen und Gärtner heimsucht, die viel mit den Pflanzen zu tun haben. Die Reaktion klingt aber nach einiger Zeit von selbst wieder ab. Es ist daher ratsam beim häufigen Kontakt mit Narzissen Handschuhe zu tragen.

Narzisse Pflege

Narzissen sind sehr pflegeleicht. Sie brauchen lediglich etwas Düngung während des Austriebs bzw. nach der Blüte, und gedeihen am Besten, wenn man sie ein paar Jahre sich selbst überlässt.

narzisse-osterglocke-bluete-gartenNarzisse Standort

Die Narzisse gedeiht am besten an sonnigen bis halbsonnigen Standorten. Sie toleriert kalkhaltige Böden, bevorzugt aber saure.

Narzisse gießen

Narzissen mögen leicht feuchte, nicht zu nasse Böden. Sollte der Boden während der Vegetationszeit stark austrocknen muss etwas gegossen werden. Dies ist aber nur in Ausnahmefällen notwendig.
Töpfe sollten stets etwas feucht gehalten werden. Staunäße ist allerdings zu vermeiden, da die Zwiebeln faulen könnten.

narzisse-bluete-gefuellt-weissNarzisse düngen

Möchte man die Blühfreudigkeit von Narzissen erhalten, sollte man direkt nach der Blüte mit Kompost oder Stallmist düngen. Im Handel findet man auch speziellen Dünger mit einem hohen Phosphat- und Kaliumanteil.
Auch mineralische- und Langzeitdünger sind geeignet, laugen aber über die Jahre den Boden aus. Sie sollten also nicht ausschließlich verwendet werden.

Narzisse schneiden

narzisse-bluete-gelbNarzissen eignen sich hervorragend als Schnittblumen und sind ein wichtiger Faktor im Blumenhandel. Möchte man sich einen Strauß aus dem eigenen Garten in die Vase holen, sollte man so schneiden, dass das Laub vollständig oder mindestens teilweise an der Zwiebel bleibt, damit diese noch in der Lage ist, Nährstoffe einzulagern.
Im Garten kann man Verblühtes abschneiden um die Blühfreudigkeit zu bewahren.
Solange das Blattwerk nach der Blütezeit noch grün ist, sollte es nicht abgeschnitten oder gemäht werden, auch wenn es nicht mehr attraktiv aussehen. In dieser Zeit lagert die Zwiebel Nähstoffe für das nächste Jahr ein. Erst wenn die Blätter gelb sind und schlaff werden, kann man sie beseitigen.

narzisse-austrieb-schneeNarzisse überwintern

Fast alle Narzissen überwintern problemlos. Lediglich an Standorten mit sehr hoher Feuchtigkeit können sie leiden. Eine Ausnahme bilden Engelstränen Narzissen, die nicht winterhart sind.
Im Topf brauchen Narzissen einen Schutz um das komplette Durchfrieren des Gefäßes zu verhindern, da sie bereits im Herbst neue Wurzeln gebildet haben, die erfrieren können.

Narzisse vermehren

narzisse-zwiebelnZur Vermehrung bietet sich an, die Tochterzwiebeln von der Mutterzwiebel zu trennen und neu zu setzen. Abtrennen kann man die, die bereits eine eigene Haut gebildet haben. Sie blühen nach ca. 2 Jahren.
Ältere Bestände, die in ihrer Blühfreudigkeit nachlassen, leiden oft an Nährstoffkonkurrenz, weil sie mittlerweile zu dicht sitzen. Man sollte sie  teilen. Dazu gräbt man die Zwiebeln im Spätsommer, wenn sie komplett eingezogen haben, vorsichtig aus und setzt sie im richtigen Abstand wieder an einen neuen nährstoffreichen Standort.

Narzisse anpflanzen

narzisse-osterglocke-horstNach dem Sommer gibt es im Handel eine reiche Auswahl an Narzissen-Zwiebeln. Man setzt sie ab September und vor dem ersten Frost, damit sie sich gleich etablieren können. Wie bei allen Zwiebeln zählt die Faustregel: Doppelt bis dreimal so tief und zweimal so weit auseinander wie der Zwiebeldurchmesser beträgt.
Ist der Herbst oder Winter sehr mild, kann man schon zeitig Triebspitzen entdecken, denen aber Kälteeinbrüche in der Regel nicht schaden. Die Zwiebeln können bei günstigen Witterungsverhältnissen auch im zeitigen Frühjahr gesetzt werden. Dann ist aber eine schöne Blüte nicht mehr garantiert.

Narzisse Krankheiten

Die Zwiebelbasalfäule, hervorgerufen durch einen Pilzbefall, kann die Pflanzen ernsthaft schädigen. Die grünen Pflanzenteile vergilben und die Blüte verkümmert oder entwickelt sich erst gar nicht. Der Pilz befällt die Zwiebel und kann sie zerstören. In diesem Fall kann man nur noch ausgraben und über den Hausmüll entsorgen. Der Pilz überlebt ungefähr 4-5 Jahre im Erdreich, daher sollte an dieser Stelle erst mal keine Zwiebel mehr gepflanzt werden.

Narzisse Schädlinge

Die Maden der kleinen und großen Narzissenfliege können die Narzissenzwiebel erheblich schädigen, teilweise sogar komplett zerstören.
Ein Befall von Nematoden kann die Pflanze ebenfalls stark beeinträchtigen. Deutliche Merkmale sind verkrüppelte Blätter.

Gärtnertipp:

Narzissen für die Vase

Die Narzisse ist neben der Tulpe eine der wichtigen Schnittblumen im Frühjahr. Sie bereichernd jeden Strauß und hält bei richtiger Behandlung über eine Woche. Aber Vorsicht: Da sie vor allem in den ersten Stunden Giftstoffe ins Wasser entlässt, die andere Schnittblumen beeinträchtigen können, sollte sie zum „entgiften“ erst Mal einen Tag allein im Wasser stehen. Nach dem Wasserwechsel kann sie dann mit anderen Blumen kombiniert werden.

Praxistipps

Narzisse Verwendung

Narzissen sind hauptsächlich Garten-, Topf- und Schnittblumen. Ansonsten kommen sie sporatisch in der Heilkunde zur Anwendung.

narzisse-osterglocke-bluete-nahNarzisse in der Heilkunde

Aus den gelben Narzissen, auch Osterglocken genannt, wurde kurzzeitig der Wirkstoff Galantamin gewonnen. Er wird in der Alzheimertherapie angewandt, ist aber nicht unumstritten und wird mittlerweile synthetisch hergestellt.

Weitere Frühjahrsblüher