Pflanzen aus Samen selbst ziehen - GartenNatur
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Pflanzen aus Samen selbst ziehen

  Aussaat-Anzucht-Pflege
 
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Für den Gartenfreund ist die jährliche Aussaat, der eigentliche Beginn der Gartensaison. Diese beginnt schon Anfang März mit den Gemüse- und Blühpflanzen, die man in Innenräumen vorzieht, da es draußen noch zu kalt ist und endet im Mai, nach den Eisheiligen, mit der Aussaat direkt ins Freiland. Das Säen und Aufziehen der Keimlinge ist nicht kompliziert, wenn man ein paar grundlegende Dinge beachtet. Es braucht Töpfe, gute Erde, Wasser, gegebenenfalls etwas Dünger und natürlich die Samen.

Samen kaufen

samenverkauf-staenderIn jedem Supermarkt oder Gartencenter findet man die Ständer mit den Samentüten. Die Palette ist groß und meist sind es die Standardpflanzen, die gut gewachsen auf den Frontfotos glänzen. Jedes Jahr gibt es auch ein paar neue Sorten oder Varietäten, so wird die Aussaat nicht langweilig. Wer mehr möchte, muss den Fachhandel aufsuchen. Sämereien und Fachbetriebe offerieren eine unüberschaubare Vielfalt an Pflanzensamen. Dabei sind auch einige, die etwas Erfahrung im Umgang benötigen, während die Standardangebote der Supermärkte und Gartencenter meist die einfach zu kultivierenden Samen anbieten. Beim Kauf sollte man darauf achten, welchen Standort die jeweiligen Pflanzen benötigen, und ob man den bieten kann. Es nützt nichts wenn man Samen von sonnenhungrige Blumen kauft und  den am Ende im Schattengarten aussät und umgekehrt.
Wichtig ist auch die Haltbarkeit der Samen, die auf den Samentüten aufgedruckt ist. Man wird öfter nicht alles schon im ersten Jahr verbrauchen. Die Samen sollten also mindestens drei Jahre haltbar sein. Es ist aber mit dem Haltbarkeitsdatum so wie bei vielen Lebensmitteln auch. Samen halten in der Regel länger als draufsteht, eventuell aber keimen sie nicht mehr so zuverlässig oder brauchen etwas länger für die Keimung. Die Erfahrung aber zeigt, dass sich daraus immer noch sehr gesunde Pflanzen entwickeln können.
Ist man noch nicht so geübt in der Pflanzenpflege, kann es von Vorteil sein, die Samen zu wählen, aus denen Pflanzen keimen, die resistent gegen übliche Krankheiten sind. Aber im Allgemeinen sollte man den Versprechungen der Hersteller nicht zu viel Bedeutung zumessen. Entscheidend ist am Ende die Pflege.

Samen selbst sammeln

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Hat man schon Pflanzen im Garten, kann man natürlich im Herbst die Samen sammeln. Auch in der Natur findet sich einiges, was man gern im Garten oder Topf haben möchte. So weiß man, was man erwarten kann, jedenfalls bei den üblichen Sorten. Diese Methode ist natürlich günstiger als kaufen, muss aber nicht immer zum gewünschten Erfolg führen, da sich speziell bei exotischen Züchtungen die zweite Aussaat von der ursprünglichen unterscheiden kann. Die Züchtungsmerkmale werden im Samen nicht weiter gegeben, die Pflanze ähnelt von Generation zu Generation wieder mehr der Ursprungssorte, aus der die Züchtung hervorging. Hat man zum Beispiel Samen eines Schmuckkörbchens (Cosmea) mit gestreiften Blüten gesammelt, so wird man in der folgenden Aussaat eventuell wieder rote oder weiße Blüten ohne Streifen haben. Aber das kann den Spaß der Sammler nur wenig trüben. Denn für viele hat schon das Sammeln einen befriedigenden Mehrwert, den sie nicht missen möchten.

Richtig säen

Es gibt Samen mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen. Diese gilt es zu beachten. Zunächst ist wichtig ob man einen Dunkelkeimer oder Lichtkeimer vor sich hat. Erstere kommen in die Erde und werden bedeckt. Wie tief sie liegen müssen, steht in der Regel auf der Packung. Richtwert ist, etwa doppelt bis dreimal so tief, wie der Samen dick ist.
Die Lichtkeimer, wie der Name schon sagt, werden nur auf die Erde gelegt, angedrückt und angegossen.

 

Der richtige Standort während der Keimung

Zum keimen sollten die Gefäße mit den Samen hell und warm, aber nicht zu sonnig stehen. Wobei ein wenig Sonne, die das Substrat erwärmt, nicht von Nachteil ist. Nur wenige Samenarten müssen bis zur Keimung komplett im Dunkeln stehen.

 

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Keimtemperatur

Generell gilt es die Temperatur konstant zu halten. Auch hier sagt die Packung an, wie hoch oder niedrig sie sein darf. Das ist nicht immer einfach. Es lohnt, über die Jahre mehrere Plätze im Haus auszuprobieren. Manchmal ist man überrascht vom Ergebnis.

 

Keimzeit

Samen haben sehr unterschiedliche Keimzeiten. Die reichen von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen. Also nicht die Geduld verlieren. Bei manchen Samen ist es übrigens von Vorteil, wenn sie vor dem Säen über Nacht in Wasser oder ein sehr feuchtes Tuch gelegt werden, da das die Keimung beschleunigen kann.

 

Die Aussaat gießen und düngen

Nach dem Säen wird grundsätzlich etwas angegossen. Das bewirkt, dass die Samen mit Erde umspült werden und fest in oder auf der Erde sitzen. Man muss keine Sorge haben, dass man beim ersten Mal zu viel gießt. Wichtig ist aber dann, die Erde erst mal oberflächlich etwas abtrocknen zu lassen, bevor man wieder gießt. Die geschlossenen Samen nehmen zu viel Wasser in der Regel nicht übel, die Keimlinge aber eventuell schon.
Während und nach der Keimphase sollte das Substrat mäßig feucht gehalten werden. Haben die Keimlinge ihre ersten Blätter entwickelt und die Erde ist gut durchwurzelt, kann etwas Flüssigdünger gegeben werden, um das Wachstum zu unterstützen.

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In Topf oder Aussaatschale säen

saemlinge-balkonIn den Topf sät man aus zwei Gründen. Entweder sollen die Pflanzen im Haus vorgezogen und später ins Freie gesetzt werden oder man möchte sie im ohnehin Topf wachsen lassen, zum Beispiel für Balkon, Fensterbank oder Terrasse.
In der Vorzucht sät man die Pflanzen, die ein sensibles Wurzelwerk haben, in kleine Töpfe, aus denen man sie später mitsamt dem Erdballen versetzen kann. Es werden immer nur ein bis drei Samen in die Mitte des Substrats gesät. Nach der Keimung entfernt man die schwächeren Keimlinge und lässt nur einen wachsen. Den kann man später aus- oder in einen größeren Topf umsetzen.
In Aussaatschalen sät man viele Samen und verteilt sie gleichmäßig.
Nach der Keimung kann zunächst ausgedünnt werden, damit die Verbleibenden genug Platz zur Wurzelbildung haben. Hierbei gibt es allerdings unterschiedliche Ansichten. Es ist durchaus zu beobachten, dass Keimlinge die eng wachsen, einer Art Konkurrenzkampf ausgesetzt sind, der ihr Wachstum sogar anregt.
Sind die Keimlinge etwas größer, kann pikiert werden. Die Pflanzen werden einzeln und im richtigen Abstand ins Freiland oder einen größeren Topf gesetzt.

Direkte Aussaat im Garten

radieschen-saemlingeWinterharte Samen von Einjährigen und Stauden können schon früh im Jahr ausgesät werden. Je nach Wunsch wirft man sie breit auf der Fläche aus oder säet sie an bestimmte Stellen, bedeckt sie leicht mit Erde und gießt entweder an oder überlässt diese Arbeit sogar dem Regen, der sie in de Erde schwemmt. In der Natur geschieht es genau auf diese Weise. Im Grunde kann man zwischen Februar und Mai mehrmals säen, um die Gesamtblütezeit zu verlängern.

Nicht winterharte Samen, die man nicht vorziehen möchte, kann man ab Mitte Mai säen. Im Unterschied zum Blumenbeet, wo man flächig sät, geht man zum Beispiel bei der Aussaat von Gemüse etwas planvoller vor. Hier wird die Saat im Beet meist in Reihen ausgebracht, so dass die heranwachsenden Pflanzen genug Abstand zueinander haben. Das erhöht den Ertrag und erleichtert die Möglichkeit, unerwünschte Wildkräuter zu beseitigen.

Praxistipps