Wilder Wein / Jungfernrebe - GartenNatur
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Wilder Wein / Jungfernrebe

  Parthenocissus
 

Dauerhafte Begrünung von Fassaden, Mauern und Zäunen

Wilder Wein, auch Jungfernrebe genannt, ist eine vielverbreitete Kletterpflanze, die zur Begrünung von vertikalen Flächen gepflanzt wird, aber auch an Baumstämmen emporklettert und Telefonmasten komplett einkleiden kann. Wo Wilder Wein nicht klettern kann, breitet er sich mit seinen langen Ranken über den Boden aus und kann dabei große Flächen komplett bedecken. Manchmal zum Leidwesen kleiner Sträucher, die überwachsen werden und darunter verschwinden.
Hat sich Wilder Wein erst mal an einem Standort etabliert, braucht er kaum noch Pflege, außer einem regelmäßigen Schnitt um die agile Pflanze im Zaum zu halten. Ansonsten macht er seinem Namen alle Ehre. Lässt man ihn einfach wachsen und wuchern sieht es wahrlich wild aus.
Da einem die Jungfernrebe auf Schritt und Tritt begegnet, kann man annehmen, dass sie sehr beliebt ist. Aber gerade Hausbesitzer betrachten den Wilden Wein durchaus unterschiedlich. Die einen lieben ihn, die anderen meiden ihn. Eine prächtig bewachsene Fassade ist unbestreitbar ein imposanter und erfüllender Anblick. Wilder Wein schafft das aber hauptsächlich, indem er sich beim Emporklimmen mit Haftscheiben Halt verschafft. Die stehen im Verdacht, vor allem an Mauerwerk Schaden anzurichten. Das ist aber nur in sehr geringem Maße der Fall und trifft hauptsächlich auf ohnehin schon marode Substanz zu. Bei blanken oder frisch verputzenden Ziegelwänden ist das eher nicht zu erwarten. Andererseits spart man sich durch die Begrünung mit Wildem Wein eventuell eine anstehende Renovierung oder kann sie zumindest hinauszögern. Gleichzeitig bekommt man ein Stück Garten in der Vertikale hinzu, der auch Vögeln und Insekten zugute kommt.

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Ähnlichkeit zur Weinrebe

Wilder Wein ist nur sehr weitläufig mit der Weinrebe verwandt. Das kann man teilweise gut an der unterschiedlichen Blattform erkennen. Auch Blüten und Früchte unterscheiden sich. Letztere, die schwarzblauen Beeren vom Wilden Wein, sind nicht genießbar. Die in ihnen enthaltene Oxalsäure ist sogar giftig, allerdings nur wenn man Größere Mengen zu sich nehmen würde.

Wilder Wein Bestimmung

Die circa 10-13 Arten des Wilden Weins gehören zur Gattung der Jungfernreben (Parthenocissus) in der Familie der Weinberggewächse (Vitaceae). Sie sind also mit der Weinrebe weitläufig verwandt. Die Früchte des Wilden Weins aber enthalten Stoffe, die ihn für Menschen und Haustiere weitgehend ungenießbar machen. Dafür ist er für Vögel eine beliebte Nahrung.

Wilder Wein Herkunft

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Einige Arten der Jungfernrebe, volksmündlich auch „Wilder Wein“ genannt, stammt ursprünglich aus Nordamerika und kamen wie viele andere Pflanzen im siebzehnten Jahrhundert aus der Neuen Welt nach Europa, wo sie zunächst in Parks und Schlossgärten angepflanzt wurden. Andere Arten haben ihren Ursprung in Asien, wo sie vorwiegend in Wäldern wachsen. Über die Jahrhunderte wurde Wilder Wein zur beliebten Begrünung für Mauern, Wände und Zäune. Er ist teilweise ausgewildert und heute auch in heimischen Wäldern und städtischen Grünanlagen zu finden.

Wilder Wein Wuchs

wilder-wein-stamm-wurzelWilder Wein ist eine sommergrüne Kletter- und Rankpflanze, die je nach Art Höhen von 10 bis 30 Meter erklimmen kann. Er bildet ein flaches, stark verzweigtes Wurzelwerk, aus dem meist über die Jahre mehrere Triebe wachsen, die mit der Zeit verholzen. Aus den verholzten Trieben wachsen Ranken, die je nach Art unterschiedlich geformte Blätter haben. Die Gewöhnliche- und die Selbstkletternde Jungfernrebe haben fünffingrige Blätter, die Dreispitzige Jungfernrebe, der Name deutet es schon an, hat dreilappige Blätter. Alle beschriebenen Arten haben eine auffällige rot-gelbe Herbstfärbung.
Die unterschiedlichen Arten haben die Tendenz sich über lange Ranken auszubreiten und dabei ganze Areale zu bedecken. Vornehmlich wachsen sie als ursprüngliche Waldpflanzen dem Licht entgegen, also nach oben.
Im Frühsommer erscheinen kleine rispenartige Knospen aus denen sich Blüten entwickeln. wilder-wein-blueteDie Blüten des Wilden Weins sind grünlich gelb, eher unscheinbar und oft unter dem Blattwerk halb versteckt. Aus ihnen entwickeln sich bis zum Herbst beerenartige blauschwarze Früchte, die in der Regel zwei bis drei Samen beherbergen. Sie sind eine beliebte Nahrung für Vögel, enthalten aber geringe Mengen von Oxalsäure, die für den Menschen nicht gut verträglich ist. Die Fruchtreife fällt zusammen mit der Herbstfärbung. Während die Pflanze ihr Blattwerk über den Winter verliert und im Frühjahr wieder neu austreibt, verbleiben die Beeren oft noch monatelang an der Pflanze.
Der Wilde Wein ist als ausgewachsene Pflanze winterhart.

wilder-wein-beerenWilder Wein Giftstoffe

Der Wilde Wein gilt als gering giftig. Alle Pflanzenteile, speziell aber die schwarzblauen Beerenfrüchten, enthalten Oxalsäure, die in hoher Konzentration gesundheitsschädlich ist. Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Magenbeschwerden. Die Einnahme großer Mengen kann zu Organversagen führen.

Wilder Wein Sorten

Die drei gebräuchlichsten Wilder Wein-Sorten:

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Die Dreispitzige Jungfernrebe
(Parthenocissus tricuspidata), auch Mauerkatze oder Kletterwein genannt, sieht man häufig an Fassaden und Wänden. Charakteristisch sind die Blätter mit drei Spitzen und die bräunlich rötlichen Triebe. Eine zuverlässige robuste Pflanze, die eine dichte Begrünung ermöglicht.

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Die Selbstkletternde Jungfernrebe
(Parthenocissus quinquefolia), auch Kletterwein, Fünflappiger Mauerwein oder Zaunrebe genannt wird häufig für Fassaden gewählt. Man entdeckt sie aber auch in Wäldern, wo sie Bäume bis in die Kronen erklimmt und manchmal Sträucher komplett überwächst. Diese Wilder Wein Art hat schmale fünffingrige Blätter, die entfernt an Kastanienblätter erinnern.
Die Sorte ‚Engelmannii‘ besitzt sehr gute Klettereigenschaften.

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Die Gewöhnliche Jungfernrebe (Parthenocissus vitacea), auch Wilder Mauerwein, Rankender Mauerwein, Fünfblättriger Mauerwein genannt, hat ebenfalls fünffingrige, gezahnte Blätter und grüne Jungtriebe. Diese Wilder Wein Art bildet kaum Haftscheiben und braucht daher eine Führung durch Rankhilfen.

Wilder Wein Pflege

Jungfernreben sind an sich pflegeleicht. Sie wachsen auf unterschiedlichen Böden, benötigen aber Rückschnitte, um sie im Zaum zu halten.

wilder-wein-herbstfaerbungWilder Wein Standort

Ideal ist ein sonniger bis halbschattiger Standort. Auch im Schatten wächst die Jungfernrebe, allerdings wesentlich langsamer. Der Wuchsort, also die Wand oder der Zaun, sollte windgeschützt sein, damit ein Sturm oder massiver Regen das Gewächs nicht abreißen kann.
Wilder Wein gedeiht am besten in nährstoffreicher Erde, wenn man allerdings beachtet, wo Wilder Wein überall wächst, stellt man fest, dass er in nahezu jedem Substrat gedeiht, auch auf sandigem Grund.

wilder-wein-knospenWilder Wein gießen

Wilder Wein hat einen durchschnittlichen Wasserbedarf. Am besten wächst er in einem leicht feuchten Untergrund, kommt aber auch mit kurzen Trockenphasen zurecht. Jungpflanzen sollten anfangs noch gegossen werden. Ältere Pflanzen haben ein ausgedehntes Wurzelwerk gebildet, das sich in der Regel selbst versorgt. Da es relativ flach wächst, kann man die Pflanzen in Hitzeperioden mit einer Wassergabe unterstützen.

Wilder Wein düngen

Allenfalls kann man im Frühjahr etwas Kompost einarbeiten. Ansonsten ist eine Düngung bei größeren Pflanzen nicht notwendig. Durch zu viel Dünger reifen die Triebe im Herbst nicht aus.

wilder-wein-fassade-rankenWilden Wein schneiden

Entschließt man sich eine Wand oder Fassade mit Wildem Wein zu begrünen, sollte man den regelmäßigen Rückschnitt gleich mitbedenken, damit die Pflanze nicht zu sehr wuchert und dadurch Schäden verursachen kann.
Wilder Wein ist sehr schnittverträglich. Sinnvoll ist ein Rückschnitt im Spätsommer um Dachrinnen oder Rolladenkästen freizuhalten und die Pflanze überall dort zu entfernen wo sie in Nischen und Ritzen hineinwachsen könnte. Die verholzenden Triebe legen immer mehr an Umfang zu und können dadurch Bauteile beschädigen. Auch sollte ein ca. 20 Zentimeter breiter Rand um Fenster und Türen freibleiben. Dadurch hat man weniger Probleme mit Insekten, die im Blattwerk leben und in die Wohnung gelangen können.

wilder-wein-haftscheibenGärtnertipp: Wilder Wein

Wilder Wein hat den Ruf mit seinem Haftscheiben Mauerwerk zu schädigen. Das trifft meist nur auf alten porösen Verputz zu. In der Regel gibt es kaum Beschädigungen. Möchte man den Wein allerdings abnehmen, bleiben die Haftscheiben als kleine schwarze Punkte zurück. Sie verwittern nur langsam und fallen über die Jahre ab. Wem das nicht gefällt, der kann mit einer groben Bürste nachhelfen. Oder man nutzt die Gewöhnliche Jungfernrebe, die kaum Haftscheiben bildet, dafür aber eine Rankhilfe benötigt.

wilder-wein-haus-kahlWilder Wein überwintern

Jungpflanzen brauchen in den ersten Jahren einen Frostschutz wenn die Temperaturen weit unter Null fallen. Man kann sie mit einem Fließ bedecken oder eine dicke Mulchschicht auflegen, um das Wurzelwerk zu schützen. Ältere Pflanzen sind in der Regel winterhart und brauchen keinen Schutz mehr.

wilder-wein-saemling-stecklingWilder Wein vermehren

Wilder Wein kann über Samen vermehrt werden, eine mühsame und langwierige Prozedur. Einfacher geht es mit Stecklingen, die man im Frühsommer schneiden kann, oder mit Absenkern. Sie wachsen relativ gut an und bilden schnell Wurzeln.

Wilder Wein anpflanzen

wilder-wein-heckeJungpflanzen können solitär gesetzt werden, wenn sie nur eine begrenzte Fläche begrünen sollen. Ansonsten setzt man sie im Abstand von ein- bis zwei Meter. Anfangs sind Rankhilfen sinnvoll um die Jungpflanzen zu leiten. Wenn sie Haftscheiben gebildet haben, können die meisten Arten selbstständig klettern. Da sie aber durch Sturm oder starken Regen abreisen können und dann unschön nach unten hängen, kann man vertikale Drähte oder Schnür anbringen, um die Pflanze zusätzlich zu stützen.
Die Gewöhnliche Jungfernrebe ist unter den meistgepflanzten Wilden Wein Arten die, die seltener Haftscheiben bildet, was manchen Hausbesitzer freuen dürfte, und die daher auf jeden Fall Rankhilfen in Form von Gittern oder Seilkonstruktionen benötigt.

Praxistipps

Wilder Wein Verwendung

Wilder Wein ist eine reine Zierpflanze. Er findet in der Medizin und in der Heilkunde keine Anwendung. Auch in der Küche ist er nicht zu finden, obwohl es wohl vereinzelt Versuche gab, daraus Wein herzustellen. Wohl ein Missverständnis, da der Wilde Wein nur entfernt verwandt mit der Weinrebe ist und darüber hinaus noch schwach giftig im Rohzustand.

Sträucher