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Die Weihenstephaner Gärten in Freising bei München Optische Eindrücke & jede Menge Tipps für Naturfreunde

dab Magazin, Reisen

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Die Schönheit von Pfingstrosen in voller Blüte erleben, den Wind im roten Blätterwald der Blutbuche rascheln hören und eine sagenhafte Aussicht auf die Alpen genießen: Gärtner, Botaniker mit
wissenschaftlichem Interesse oder einfach Freunde von Blumen und Pflanzen werden an den Weihenstephaner Gärten in Freising bei München ihre helle Freude haben.

Durch die gepflegt angelegte Blumenpracht spazieren, Anregungen für den eigenen Garten gewinnen und praktische Tipps für das Gemüsebeet bekommen: Ein Besuch in den Gärten bietet nicht nur etwas fürs Auge, sonder auch jede Menge nützliche Informationen. Rund 100 000 Besucher schlendern jährlich durch die rund 5 Hektar große Anlagen des Lehr- und Versuchsgartens der Hohenschule Weihenstephan-Triesdorf mit seinen rund 4000 Stauden und Sorten.

Der Garten befindet sich in einem steten Wandel, wird umkonzipiert und für Versuche neu bepflanzt. Der Schädling Cylindrocladium buxicola etwa machte die Rodung des Buchsgartens und seine Neugestaltung im Jahr 2014 notwendig. Es lohnen sich also durchaus mehrere Besuche. Der Garten verändert sein Gesicht – nicht nur zu verschiedenen Jahreszeiten. Fünf Anlagen mit unterschiedlichen Schwerpunkten gehören zu ihm: Sichtungsgarten, Kleingarten, Hofgarten, Parterregarten und Oberdieck-Garten.

Harmonische Farbenpracht: Der Sichtungsgarten

Grün soweit das Auge reicht, unterbrochen von den farbigen Tupfern der Blüten. Staudengewächse strecken sich in die Höhe, Sträucher wuchern rund und in die Breite. So viele verschiedene Formen und Texturen, an denen man sich kaum sattsehen kann.

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Der Sichtungsgarten für Stauden und Gehölze der Anlage verläuft entlang der Straße “Am Staudengarten”. Hier werden Stauden, Gehölze und Rosengewächse wissenschaftlich geprüft und ihr “Gebrauchswert” ermittelt. Dabei geht es nicht nur um die Optik der Pflanzen, sondern auch um deren Ökologie und Pflege. Wie viel Blüte bringt eine Pflanze und wie ist deren Fülle? Wie standfest ist sie und wie widerstandsfähig gegenüber Schädlingen und Krankheiten?

Die Beete präsentieren Stauden und verschiedene Blumenarten in ansprechenden Kombinationen an optimalen Standorten. Die Rabatten sind kunstvoll arrangiert und bieten immer wieder neue Highlights fürs Auge.

Tipps und Tricks für Hobbygärtner

Der Kleingarten, der an den Sichtungsgarten angrenzt, ist eine Schatztruhe für Gärtner. Obst und Gemüse, bekannte wie seltene Sorten, wachsen hier in Hügel- und Hochbeeten in Mischkulturen. Dazu kommen rund 50 verschiedene Gewürze und Heilkräuter.

Das Ausprobieren von Zuchtneuheiten gehört zum Alltag im Kleingarten. Es finden Versuche zu Sortenwahl und Fruchtfolge statt. Eine weitere Besonderheit ist die spezielle Düngung, die es möglich macht, auf Pestizide zur Schädlingsbekämpfung zu verzichten. Wie das geht, erfährt man vor Ort. Der Obstgarten mit seinen Äpfelsorten zeigt, wie man die richtige Sorte und die richtige Form für seinen eigenen Garten auswählen kann.

Der Weihenstephaner Berg

Die Anlagen des Weihenstephaner Ensembles Parterregarten, Hofgarten und der Oberdieckgarten liegen abseits des Sichtungsgarten direkt am Weihenstephaner Berg.

Hofgarten: eine alte Parkanlage

Der Hofgarten ist eine parkähnliche Anlage. Einst der Klostergarten der dort ansässigen Benediktiner, beheimatet er heute seltene und alte Baumbestände. Rot leuchtet das Blattwerk der Blutbuchen, satt flirrt das dichte Laub des Silberahorns. Auch ein Gingko, dem schön Goethe ein Gedicht widmete, gehört zum Bestand des Hofgartens.

Der gestalterische Schwerpunkt liegt auf den Staudengewächsen und einer saisonal wechselnden Blumenpracht. Auf der westlichen Aussichtsterrasse können Besucher den Blick in die Ferne schweifen lassen und bei gutem Wetter den Blick auf die Alpen genießen.

Parterregarten ersetzt den Buchsgarten

Der ehemalige Buchsgarten wurde 2014 als Parterregarten neu angelegt. Da er für die Draufsicht konzipiert wurde, bietet es sich an, ihn vom etwas höher gelegenen Hofgarten anzusehen. Die Bepflanzung wechselt mit der Saison und bietet interessante Kontraste und Kombinationen.

Pfingstrosenpracht im Oberdieck-Garten

Der benachbarte Oberdieck-Garten wurde 2009 umgestaltet. Der Garten ist in Terrassen und Gevierten angelegt, die von unterschiedlichen, abwechslungsreichen Gehölzen eingerahmt werden. Im Oberdieck-Garten finden sich wie im Sichtungsgarten Rosen, aber auch Duft- und Arzneipflanzen. Diese wurden nach der Art der Beschwerden angelegt – Besucher finden hier Pflanzen gegen Hautkrankheiten, zur Unterstützung von Nieren und Blase oder gegen Magenbeschwerden. Zudem können sie sich an Freilandorchideen erfreuen und Berglorbeer und Azaleen bewundern. Im Mai blühen hier die prächtigen Pfingstrosen. Abgerundet wird der harmonische Eindruck von Zieräpfeln, Hortensien und Stauen.

Führungen finden jeden Tag statt

Wer konkrete Fragen hat, ist mit den Führungen durch die verschiedenen Anlagen der Weihenstephaner Gärten bestens aufgehoben. Experten geben Tipps, welche Blumen sich nicht nur gut kombinieren lassen, sondern auch nicht gegenseitig in Konkurrenz um Nährstoffe treten. Welcher Dünger wann eingesetzt werden kann und ob wirklich kein Kraut gegen Schnecken gewachsen ist. Die HWT bietet täglich Führungen zu verschiedenen Themen in fast allen Bereichen der Gärten an. Sie kosten 95 Euro für maximal 25 Personen pro Gruppe. Größere Gruppen sollten Führungen anmelden. Im Sichtungsgarten geben die Führungen einen Einblick in die Pflege von Staudengewächsen, ihre Verwendung, die optimalen Standorte und Gestaltungsmöglichkeiten. Auch die prächtig angelegten und aufeinander abgestimmten Beete und Rabatten werden erläutert. In der Kleingartenanlage werden im Gemüsegarten die verschiedenen Sorten in Augenschein genommen. Im Obstschaugarten gibt es Tipps zur Sortenwahl, Erziehungsformen und Schnitt. Die Führung am Weihenstephaner Berg umfasst die drei dortigen Bereiche Parterregarten, Hofgarten und Oberdieckgarten.

Öffnungszeiten

Die Gärten sind von 1. April bis 31. Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Hof- und Parterregarten sind auch außerhalb der Saison zugänglich. Der Eintritt ist frei.

Anfahrt

Die Buslinie 638 hält direkt vor Ort “Am Staudengarten”. Sie bringt Besucher in 8 Minuten vom Bahnhof Freising zu den Gärten. Die Linie 639 steuert die Gärten ebenfalls an, verkehrt aber nicht ganz so häufig. Parkmöglichkeiten an den Gärten gibt es, aber nur mit begrenztem Platz.

Ausstattung

Eine besondere Funktionskleidung ist für den Besuch der Gärten nicht nötig. Wir empfehlen dennoch gut sitzende Freizeitkleidung und bequeme Schuhe, um die Rundwege durch die Anlagen wirklich voll genießen zu können.