Herbstfärbung – Was steckt dahinter?

Rolf Wissenswert

Herbstliches Farbenspiel

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Nach der Blütenpracht im Sommer kann man sich im Herbst noch mal auf ein Farbenspektakel der besonderen Art freuen. Das Blattwerk aller möglichen Bäume und Sträucher verfärbt sich für ein paar wenige Wochen und leuchtet in Gelb- und Rottönen. Mitunter entstehen so prächtige Anblicke am Waldrand oder in Parks, die das Herz erwärmen.

Dieses Schauspiel ist aber nicht für den Menschen gemacht, sondern Folge einer Überlebensstrategie der Gehölze. Um die Verdunstung gering zu halten und Fröste und Wassermangel im kalten Winter zu überstehen, beginnen Bäume und Sträucher bei fallenden Temperaturen im Herbst damit, ihr Blattwerk abzuwerfen. Zuvor bauen sie aber bestimmte wertvolle Nährstoffe ab, die sich im Blattwerk befinden. Neben Stickstoff und Phosphat ist das vor allem Chlorophyll, dass den Blättern die grüne Farbe verleiht und zur Fotosynthese genutzt wird. Alle Nährstoffe werden im Stamm, den Ästen und den Wurzeln eingelagert.  Wenn Chlorophyll entzogen wird, vergeht die grüne Farbe der Blätter. Zum Vorschein kommen jetzt geringe Anteile von Carotinoiden, die eine gelblich-rote Farbgebung haben und der Farbstoff Anthocyan, der die Rotfärbung beeinflusst. herbstfaerbung-gartenDiese zwei Stoffe sorgen dafür, dass die Herbstfärbung zustande kommt, bis die Blätter schließlich fallen. Im folgenden Frühjahr werden diese Stoffe wieder in das neu entstehende Blattwerk zurück befördert.

Unterschiedliche Untersuchungen belegen mittlerweile darüber hinaus, dass noch andere Gründe für die Verfärbung verantwortlich sein könnten. Zum Beispiel könnte so ein Signal an Fressfeinde, wie Läuse gegeben werden, die ihre Eier im Herbst ablegen. Eine besonders intensive Färbung signalisiert den Insekten, dass der Baum sehr stark und vital ist, und eine Eierablage daher nicht so erfolgreich scheint, wie auf schwächeren Bäumen.

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