Bäume giessen - optimal mit einem Baumbewässerungssack

Bäume richtig gießen Ein Ratgeber zur Baumbewässerung

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Bäume giessen - optimal mit einem Baumbewässerungssack
Foto: gartennatur.com

Wenn der Klimawandel immer längere Dürreperioden mit sich bringt, ist das für Bäume fatal. Der Grundwasserspiegel sinkt immer weiter ab. Das wenige Wasser, was den Baum noch erreichen könnte, verdunstet oder wird umgeleitet. Gründe sind Bodenversiegelung, -verdichtung sowie der Einsatz von Streusalz. Deshalb brauchen Bäume unsere Hilfe: Wer dafür sorgt, Bäume richtig zu gießen, kann sie vor schlimmen Schäden bewahren.

Wann sollte man einen Baum gießen?

Unterstützung benötigen vor allem Bäume in der Stadt, aber auch im eigenen Garten. Waldbäume haben Überlebensstrategien entwickelt, die Probleme wie Wassermangel ausgleichen können. Ihre Artgenossen in menschlichen Ansiedelungen haben es schwerer. Um nicht zu vertrocknen, müssen sie zu bestimmten Zeiten bewässert werden.

Sofern neu gepflanzt, sollten junge Bäume zweimal die Woche gegossen werden. Bei anhaltender Trockenheit darf dies ruhig schon im Frühjahr geschehen. Bei aufmerksamer Beobachtung gibt der Baum selbst viele Zeichen, ob ihm genug Wasser zur Verfügung steht.

Was ist Trockenstress:

Trocken- oder Wasserstress tritt ein, wenn die Pflanze so wenig Wasser bekommt, dass es Einfluss auf ihre Lebensbedingungen hat. Dazu zählt die Lebenserhaltung, aber auch das Wachstum. Trockenstress tritt vermehrt im Sommer auf, vorwiegend während langer Dürreperioden.

Hält Trockenheit eine Woche oder länger an, wird es Zeit für künstliche Bewässerung. Kommen hohe Temperaturen hinzu, sollten Baumbesitzer und Baumretter verstärkt auf Anzeichen für Wassermangel achten, um rechtzeitig einschreiten zu können.

Woran man erkennt, dass ein Baum Wasser benötigt?

  • Zweige und Blätter hängen schlaff herab. Test: anfassen, ein schlaffer Zweig ist deutlich zu erfühlen.
  • Blätter verfärben sich zur falschen Jahreszeit, vertrocknen oder werden vorzeitig abgeworfen.
  • Obst verschrumpelt und fällt unüblich früh vom Baum.

Wie viel Wasser braucht ein Baum?

Manche Bäume brauchen mehr Bewässerung als andere. Wie viel das tatsächlich ist, entscheidet sich nach vielen Faktoren: Unter anderem spielen Baumart, Bodenart sowie Verdichtung des Bodens eine Rolle.

Zum Verständnis:

Die Wassermenge, die ein Baum braucht, holt er sich auf unterschiedliche Art. Im Boden nutzen Bäume mit tiefen Wurzeln dafür das Grundwasser. Von diesem natürlichen Wasserspeicher steigt Wasser durch Kapillaren bis zur Baumwurzel hinauf. Funktioniert das, übersteht der Baum auch Dürreperioden besser. Es funktioniert nicht, wenn die Baumart flache Wurzeln ausbildet, oder wenn das Grundwasser bereits zu stark abgesunken ist.

Flachwurzler – Beispiele

Experten geben übrigens Tipps dazu, häufig im lokalen Funk und Fernsehen. Sie werten Wetterdaten aus, etwa Feuchtigkeit, Niederschlagsmenge, Windgeschwindigkeit oder auch Himmelsstrahlung. Zudem kennen sie die Bodenbeschaffenheit der Region und können danach einschätzen, wie es um deren Wasserhaltefähigkeit bestellt ist.

Beispielhaft sei die Bodenfeuchteampel des Pflanzenschutzamtes Berlin erwähnt. Hier können Interessierte tagesaktuell nachsehen, wann es an der Zeit ist, Bäume zu bewässern.

Weil kaum ein Laie all diese Faktoren wirklich überschauen kann, hat sich in der Praxis die folgende Faustregel bewährt:

Ausgewachsene Bäume benötigen zwischen 150 l und 200 l je Gießgang.

Jungbäume benötigen etwas weniger, nämlich zwischen 75 l und 100 l je Gießgang.

Wie häufig sollte man einen Baum gießen?

Je nach Witterungsperiode und Trockenheit erfolgt die künstliche Bewässerung mindestens einmal pro Woche. Besser ist zwei bis dreimal die Woche. Dabei sollte man darauf achten, die Baumscheibe kräftig zu wässern. Das Wasser darf ruhig etwas stehenbleiben, sollte dann aber nach und nach versickern.

Dabei beachten:

Das Wasser muss die Wurzeln erreichen. Wer jeden Tag ein paar Liter gießt, meint es sicher gut, verfehlt aber den Zweck. Bleibt das Wasser aufgrund zu geringer Menge in den oberen Bodenschichten, war die Mühe umsonst.

Die günstigste Zeit zum Gießen ist der Abend, wenn die Sonne nicht mehr so hochsteht.

Gießmethoden im Überblick: Wie kann man Bäume gießen?

Gießen sollte so erfolgen, dass Wasser nicht oberflächlich abläuft oder verdunstet. Dabei ist die Gießmethode nahezu egal. Allerdings gibt es Unterschiede, weil sich nicht jede Methode für jeden Menschen und jede Umgebung eignet.

Gießkanne oder Eimer nutzen

Vorteil:

  • Guter Überblick über die Wassermenge.

Nachteile:

  • Bei größeren Wassermengen unhandlich und anstrengend.
  • Lange Wege von der Wasserquelle zum Baum.

Eigentlich eignet sich diese Methode nur dann, wenn sich die Wasserquelle in unmittelbarer Nähe befindet. Bei Stadtbäumen hilft oft die Pumpe am Straßenrand, sofern vorhanden. Erste Städte unterstützen auch mit dem Aufstellen von Wassercontainern das Engagement der urbanen Baumretter.

Gartenschlauch

Gartenbesitzer wässern häufig mit dem Gartenschlauch. Wer Bäume mindestens eine halbe Stunde lang intensiv wässert, hilft ihnen bereits sehr.

Vorteile

  • Auch für körperlich wenig fitte Personen möglich.
  • Erreicht gezielt alle wichtigen Stellen.
  • Wasseranschluss darf auch etwas weiter weg sein.

Nachteil:

  • Versprengte Wassermenge lässt sich schwer einschätzen.

Tipp zur Unterstützung beim Gießen Gießkanne oder Gartenschlauch

Das häufigste Problem beim Bäume gießen, ist das aufgrund der hohen Wassermenge, das meiste Gießwasser oberflächliche abfließt. Das kann man verhindern, indem man einen Gießrand selber anlegt oder einen fertigen aus Kunststoff verwendet.

Gießring bauen

Ein Gießring bildet eine künstliche Umrandung. Der kleine Erdwall sollte ungefähr 10 x 10 cm breit und hoch sein. Er wird im Abstand von einem Meter um den Baum herum angelegt. Wer kann, sollte Mulch aufschütten, das hält die Feuchtigkeit länger.

Vorteile:

  • Hält die Wurzeln feucht, verhindert ungezügeltes Abfließen des Wassers.
  • Preiswert

Nachteil:

  • Wird leicht instabil.

Kunststoff-Gießrand:

Er ähnelt dem Gießring, besteht aber aus Kunststoff.

Vorteil:

  • Preiswert
  • Wiederverwendbar
  • Formstabil

Nachteile:

  • Optisch wenig ansprechend.
  • Leicht zu entwenden.

Baumbewässerungssack

Diese Form der Baumbewässerung wird bodennah um den Stamm herum errichtet. Einmal befüllt, gibt das System über viele kleine Löcher kontinuierlich Wasser ab.

Vorteile:

  • Wiederverwendbar
  • Sparsam: kein Verdunsten des Wassers.
  • Lagerfähig für die Zeit, in der nicht bewässert werden muss.

Nachteile:

  • Mögliche Schäden durch Vandalismus / Nagetiere.
  • Befüllen nur vor Ort möglich.
Kirschbaum bewässern mit einem Baumbewässerungssack
Foto: gartennatur.com

Drainagerohr, Bewässerungsring

Leitet mithilfe eines Rohrs das Wasser direkt zu den Wurzeln. Bewässerung erfolgt per Einfüllstutzen.

Vorteile:

  • Spart Wasser, kein Verdunsten.
  • Langlebig

Nachteile:

  • Entfernen des Rohrs bedeutet Aufwand.
  • Lässt sich nicht nachträglich anbringen.

Rasensprenger

Vorteile:

  • Permanente Bewässerung möglich. Nach und nach können die Wurzeln das Wasser aufnehmen.
  • Gut für den eigenen Garten geeignet.

Nachteil:

  • Bewässerung erfolgt wenig zielgerichtet.

Fazit Bäume gießen

Trockenperioden bedeuten wahren Stress für Bäume. Häufig können sie sich nicht mehr selbst mit Wasser versorgen. Egal, welche Gießmethode jemand wählt: Wer Bäume gut mit Wasser versorgt, hilft ihnen beim Überleben!

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