Der Garten – Lebensraum für Vögel

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Was kann man tun, um Vögeln im Garten einen geeigneten Lebensraum zu bieten?

Im zeitigen Jahr kündigen ihre Gesänge den nahenden Frühling an. Ihr geschäftiges Treiben beobachtet man gern und erfreut sich an den ersten Flugversuchen der Jungvögel, die gerade die Welt für sich entdecken. Vögel erfreuen die Seele und leben eigentlich in jedem Garten- denkt man! Aber leider findet man sie nicht überall. Viele Gärten sind zu gepflegt, zu aufgeräumt, so dass Vögel darin kein Zuhause mehr finden und höchstens als flüchtige Besucher vorbeischauen. Dabei können sie sehr hilfreich für den Garten sein, denn sie vertilgen allerlei schädliche Insekten, inklusive der manchmal lästigen Stechmücken. Meisen zum Beispiel vertilgen große Mengen von Baumschädlingen. Sie richten sogar ihren Brutzeitpunkt nach dem Wachstumsstadium gewisser Fliegenlarven aus, damit sie ihre Brut gut versorgen können. Zunehmend mehr Meisen-Nistkästen in Obstanlagen zeigen, wie erfolgreich die Meisen mit dem Menschen zusammenarbeiten können. Was aber kann man tun, um Vögeln ein Zuhause im eigenen Garten zu bieten?

Rückzugsgebiete und Verstecke für Vögel

vogel-sonnenblumeZunächst einmal muss man ihnen Brutplätze und Verstecke bieten. Daher sollte man im Garten immer eine Ecke mit eng wachsenden Sträuchern und Gebüschen anlegen, die wild wachsen können und nicht oder kaum beschnitten werden. Je abwechslungsreicher desto besser. In Holunder, Weißdorn, Liguster, Traubenkirsche oder Hagebutte finden viele Vogelarten Schutz und können ihre Nester anlegen und bei einheimischen Sträuchern finden sie ab dem Spätsommer auch noch Nahrung in Form von Beeren.
Auch Kletterpflanzen wie Efeu und Wilder Wein eignen sich sehr gut. Grasmücken, Amseln, Rotkehlchen, Drosseln und die Nachtigal bauen darin ihre Nester. Nicht heimische Sträucher wie der Kirschlorbeer sind dagegen weniger geeignet, da ihre Früchte von Vögeln kaum gegessen werden. Und die oft gepflanzte Thuia ist eher ein Zuhause für Spinnen, an die die Vögel schwer rankommen.

vogel-amselDarüber hinaus kann man einen Teil der Rasenfläche als Blumenwiese anlegen. Das gibt dem Garten nicht nur eine schöne bunte Note, sondern versorgt die körnerfressenden Vögel mit Blumensamen und die insektenfressenden mit Kleininsekten, Grashüpfern und Käfern.
Zumindest kann man sich entschließen, den Rasen erst ab Juni zu mähen, damit die Vögel eine Zeit lang darin Nahrung finden.

Große Bäume sind aus Vogelsicht wie Mehrfamilienhäuser. Man findet gleich mehrere Arten darin. Grünfinken, Stieglitz und verschiedene Drosselarten bauen darin ihre Nester. Und der Kuckuck sitzt ganz oben, damit sein Ruf noch in der Ferne zu hören ist. Haben Vögel sich etabliert, dezimieren sie nicht nur die Schädlinge, sondern finden auch Schutz vor Greifvögeln, die in Bäumen schlecht landen können.

Nistplätze für Vögel

vogel-nistkastenUm Meisen, Trauerschnepper, Gartenrotschwanz oder Finken dauerhaft im Garten zu fördern und zu etablieren kann man Nistkästen aufstellen bzw. aufhängen, denn sie sind Höhlenbrüter. Dabei gilt es die Lochgröße des Eingangs genau zu bestimmen. Denn die unterschiedlichen Arten akzeptieren nur bestimmte Lochgrößen. Ansonsten wäre die Gefahr von eindringenden Nesträubern zu groß. Wenn man Nistkästen hängt oder aufstellt, muss man meist etwas Geduld haben, bis die Vögel sie entdecken und als Nistplätze nutzen. Aber wenn sie sich erst mal einquartiert haben, sind manche Arten standorttreu und kommen immer wieder. Es muss aber nicht immer ein Nistkasten sein. Grauschnepper und Gartenrotschwänze begnügen sich auch mit halboffenen Nistplätzen.

Winterfütterung für Vögel

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Eine gute Gelegenheit, Vögel an einen Ort zu gewöhnen ist die Winterfütterung. Ein Garten in dem sie in der kalten Jahreszeit Nahrung finden, ist für sie oft auch im Sommer der bevorzugte Ort, vorausgesetzt die Bedingungen stimmen. Man kann beim füttern die Körnerfresser beglücken, aber auch die Insektenfresser, die einen fetten Mehlwurm nicht verschmähen. Im Winter kommen natürlich nicht nur die Vögel, die ohnehin im Garten leben, sondern auch Arten, die auf der Suche nach Nahrung herumwandern. So kann man allerlei Vögel beobachten. Zum Beispiel Gimpel, Buntspecht oder Kernbeißer, die normalerweise im Wald leben.

Schädlinge und Nützlinge

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