Was blüht im Sommer 2/2

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Der Meteorologische Sommer geht von Anfang Juni bis Ende August.

Der Sommer ist die Hochzeit im Garten. Vor allem die Stauden haben jetzt ihren großen Auftritt. Aber auch viele Einjährige gedeihen in den Gärten, auf Balkonen und Terrassen. Knollen- und Zwiebelpflanzen wie Gladiolen, Lilien, oder Dahlien gesellen sich dazu. Und natürlich gibt es viele Gehölze, die jetzt mit ihrer Blütenpracht verzaubern. Einige der beliebtesten Sommerblüher im Überblick.

Lilie
Die mehrjährig wachsende Pflanze entspringt einer Zwiebel und blüht spätestens ab Juli. Sie gehört zu den beliebtesten Garten und Topfpflanzen, da sie pflegeleicht ist und zuverlässig und üppig blüht. Im Handel findet man hunderte Sorten in allen möglichen Farben und Formen. Sie bevorzugt einen sonnigen Standort, aber eine schattierte Basis. Daher sollte sie mit niedrigen Pflanzen kombiniert werden.

Rittersporn
Denkt man an Bauerngärten, kommt einem sofort der Rittersporn in den Sinn. Die auffälligen Blütenrispen überragen oft die anderen Pflanzen und thronen über dem Grün. Ob in blau, der ursprünglichen Blühfarbe, rot oder mehrfarbig, der Rittersporn ist immer ein Blickfang. Im Samenhandel gibt es eine gute Auswahl an verschieden Arten mit unterschiedlichen Blütenformen. Allerdings ist etwas Vorsicht geboten, da der Rittersporn in allen Teilen giftig ist.

Hortensie
Im Bauerngarten hat die Hortensie schon immer einen Stammplatz. Sie mag es gern etwas schattiert und kann über die Jahre zu einem imposanten Busch heranwachsen. Neben der Bauernhortensie mit ihren großen kugeligen Blütenständen in rosa bis weiß, kann man sich auch für eine Tellerhortensie entscheiden oder für eine Rispenhortensie. Sie wirken alle apart und eignen sich als Solitärpflanze. Und wenn man die rosafarbene Hortensie in einen sauren Boden setzt, werden die Blüten nach einiger Zeit blau. Ein besonderer Blickfang für den Garten, wenn man es mag.

Blumenrohr / Canna
Aus langen knollenartigen Rhizomen treiben in kurzer Zeit bis zu zwei Meter hohe Stängel, mit großen lappigen Blättern. An ihren Spitzen erscheinen im Sommer die leuchtend roten und gelben Blütenstände. Die imposanten Pflanzen sind sehr standfest, die Blüten aber leiden bei Regen. Beliebt ist vor allem das indische Blumenrohr, dass teilweise auch ein rötliches Blattwerk entwickelt. Ursprungsgebiet ist Südamerika und damit ist auch klar, dass die Pflanze nicht winterhart ist. Bei frostfreier Überwinterung allerdings kann man sich viele Jahre an der Pflanze erfreuen.

Drüsiges Springkraut
Der nicht winterharte Neophyt kommt ursprünglich aus wärmeren Regionen des Indischen Subkontinents. Er keimt relativ spät im Juni, wächst dann aber schnell heran. Für die einen ist das Drüsige Springkraut eine sehr dekorative Pflanze, die in dichten Ansammlungen wachsend eine exotische Note in den Garten bringt. Für andere dagegen ist sie ein Ärgernis, da sich die Pflanze in der Natur schnell ausbreitet und im Ruf steht, einheimische Pflanzen zu verdrängen. Der Umwelt zuliebe sollte man daher bei der Pflege einige wichtige Punkte beachten.

Fingerhut
Die Blüte des meist zweijährigen Fingerhuts ist von außerordentlicher Schönheit und erinnert an Pflanzen aus dem Regenwald, obwohl sie hier in unseren Wäldern heimisch ist. Der Fingerhut wächst gut an halbschattigen mäßig feuchten Standorten im Garten. Die glockenförmigen Einzelblüten werden von vielen Insekten besucht. Für Menschen ist die Pflanze allerdings in allen ihren Bestandteilen giftig. Schon der Verzehr von zwei bis drei Blättern oder Blüten kann tödlich sein. Daher bitte Vorsicht!

Gladiole
Schon der lateinische Name Gladiolus (gladius = Schwert) beschreibt dieses imposante Knollengewächs treffend. Gladiolen überzeugen durch ihre Wuchshöhe und Blühfreudigkeit in den unterschiedlichsten Farben und sollten in keinem Garten fehlen. Sie veredeln als Blickfang die Blütenrabatte oder stehen in kleiner Anordnung frei als Solitärpflanzung. Zwischen Juni und Oktober leuchten ihre Blüten weithin sichtbar. Kleinere Sorten lassen sich auch einfach im Topf kultivieren. Und natürlich ist die Gladiole sehr begehrt als Schnittblume, die in hohen Vasen ihre Schönheit über viele Tage entfaltet.

Sonnenblume
Zum Höhepunkt des Sommers öffnen sich die großen gelben Blüten der Sonnenblume. Bis zu drei Metern ragen die Stängel in die Höhe und thronen über den Stauden und Sträuchern. Die Blüten richten sich den Tag über zur Sonne aus. In ihrem Innern reift eine große Zahl von dunklen Samen heran, die in der Küche Verwendung finden. Attraktiv sind auch gefüllte Sorten in verschiedenen Wuchshöhen, die man immer öfter in den Garten findet. Niedrige Sorten eignen sich hervorragend für die Topfkultur.

Wicke
Zarte pastellige Farbtöne und ein betörender Duft zeichnen die Wicke aus. Sie ist eine aktive Kletterpflanze, die schnell Zäune oder Gehölze empor wächst und im Sommer einen guten Blickschutz bietet. Jeden Tag öffnen sich in der warmen Jahreszeit neue Blüten. Am blühfreudigsten sind die einjährigen Sorten. Die Staudenwicken stehen zwar in der Blüte kaum nach, aber oft verströmen sie keinen Duft. Ein besonderer Hingucker sind Sorten mit gestreiften Blüten. Wenn die Wicke zu hoch hinaus möchte, kann man sie einfach durch Beschnitt im Zaum halten.

Esskastanie / Edelkastanie
Nicht nur die Früchte der Esskastanie sind begehrt, auch die Blüte ist beeindruckend und ein Schmuck für jeden Garten. Die vielen gelben Blütenstände der männlichen Rispen leuchten weithin und locken Insekten an. Der Blütengeruch ist allerdings Geschmackssache.
Die Esskastanie ist eigentlich pflegeleicht, aber sie wächst hauptsächlich in milderen Gebieten. Deshalb entdeckt man sie oft in Weinanbaugebieten.

Silberblatt / Mondviole
Das Silberblatt, auch Mondviole genannt, ist eine Pflanze mit Überraschungseffekt. Sie blüht im Sommer gern an schattigen oder halbschattigen Standorten. Ihre blau violetten Blüten sind oft nicht so auffällig aber durchaus attraktiv. Viele Hobbygärtner setzen sie aber gar nicht wegen ihrer Sommerblüte, sondern wegen dem was daraus entsteht. Aus den vergangenen Blüten entwickeln sich nämlich rundliche, silbrig schimmernde, leicht transparente Samenhüllen, die äußerst attraktiv wirken und oft in Sommersträußen verarbeitet werden. Die eigenwilligen Samen-Schötchen hängen manchmal über den ganzen Winter an der vergehenden Pflanze und zieren so noch den Garten in der kalten Jahreszeit.

Löwenmaul
Diese attraktive und anspruchslose Pflanze ist eine tolle Zierde für jeden Garten oder Balkon. Meist wird sie aus Samen gezogen, ist aber ab dem Frühsommer auch vorgezogen im Handel zu finden. Die Fülle an Blühfarben macht die Entscheidung schwer, daher werden meist Farbmischungen angeboten. Entscheiden muss man sich allerdings, ob man eine kleinwüchsige Sorte bevorzugt, die in der Regel zirka 20-30 Zentimeter hoch wird oder ob man lieber das Große Löwenmaul setzen möchte. Dafür ist etwas mehr Platz nötig. Die Pflanzen werden aber bis zu einem Meter hoch und wirken äußerst apart.

Seerose
Macht man eine Bootsfahrt entlang ruhiger Gewässer, so kann man in Ufernähe oft Seerosen entdecken. Ihre prachtvollen Blüten in unterschiedlichen Farbtönen wirken, als ob sie auf der Wasseroberfläche treiben. In Wirklichkeit wachsen sie, wie ein Teil des Blattwerks, an langen Stängeln vom Grund hinauf zur Wasseroberfläche und sind so fest verankert. Möchte man sie im eigenen Teich etablieren, so sollte man darauf achten, dass sie mehrere Stunden am Tag volle Sonne abbekommen. Schon beim Kauf sollte man darauf achten, für welche Wassertiefe die Sorte geeignet ist. Ansonsten verkümmern die Blüten unter Wasser oder schießen weit über das Wasser hinaus und sind dadurch instabil.

Liguster
Das diese Pflanze eine ganz bezaubernde weiße Blütenpracht entfalten kann, merken viele Gartenbesitzer gar nicht, da diese typische Heckenpflanze meist schon vorher, nämlich im Frühjahr, beschnitten und in Form gebracht wird. Entgeht aber Liguster dem Schnitt, kann er erst zeigen was in ihm steckt. Weiße Blüten und auch der sehr angenehme Geruch locken viele Bienen und andere Insekten an. Wenn man den Platz im Garten hat, lohnt es sich einen Liguster zu pflanzen und als Busch wachsen zu lassen. Oder man spart im Frühjahr einen Teil der Hecke beim Schnitt aus und beobachtet mal was der Liguster für eine wundervolle Gartenpflanze sein kann.

Rosmarin
Rosmarin kennt man vorwiegend als Nutzpflanze, die Stück für Stück über den Sommer geerntet und in der Küche als Gewürz genutzt wird. Im Sommer allerdings beginnt sie kleine zartblaue Blüten zu entwickeln. Es lohnt sich daher, im Garten oder auch auf dem Balkon eine Pflanze zu ziehen, die nicht beschnitten wird. Die in büscheln wachsenden Lippenblüten sind sehr dekorativ und bringen einen Farbton in den Garten, den man nicht bei vielen Pflanzen findet. Kombiniert mit dem unnachahmlichen mediterranen Duft sind sie ein Blickfang in jedem Garten.

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