Dahlie (Dahlia)

Eine Königin mit tausend Gesichtern

Sie gehört zu den auffälligsten Pflanzen im Garten und bezaubert mit ihrer sagenhaften Vielfalt. Ihre Blüten nehmen, je nach Sorte, die unterschiedlichsten Formen und Farben an. Mehr als 30.000 Sorten stehen zur Auswahl. Da ist für jeden etwas dabei.

Schon die Azteken hatten vor vielen Jahrhunderten begonnen, die Dahlie zu kultivieren und ihre Tempelanlagen damit zu zieren. Als die Pflanze im Achtzehnten Jahrhundert nach Europa kam, begann ihr unaufhaltsamer Siegeszug. In unseren Breitengraden ist sie eine beliebte Pflanze für den Garten und den Topf. Und jedes Jahr findet man zahlreiche Dahlienschauen in öffentlichen Gärten, die viele Besucher anlocken.
Die Dahlie blüht einen ganzen Sommer lang, aber zum Winter hin müssen ihre Knollen ausgegraben und frostfrei überwintert werden. Das ist schon der größte nötige Pflegeaufwand, ansonsten ist sie sehr pflegeleicht. Und was allgemein nur wenig bekannt ist, Blüten und Knolle sind essbar.

Dahlie Bestimmung

Die ungefähr 30 Arten der Dahlie gehören zur Gattung Dahlien (Dahlia), innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Dahlie Herkunft

Ursprünglich kommt die artenreiche Pflanze aus Mittelamerika. Erst im achtzehnten Jahrhundert schaffte die Pflanze mit dem damaligen Namen Georgine den Sprung nach Europa, wo sie zuerst in Spanien aus mitgebrachten Samen gezogen wurde. Alle gezüchteten Sorten gehen im wesentlichen auf zwei Arten zurück, aus denen sie kultiviert bzw. gezüchtet wurden, nämlich Dahlia coccinea und Dahlia pinnata.

Dahlie Wuchs

Die nicht winterharte Pflanze wächst aus einer Knolle oder verdickten Rhizomen. Sie entwickelt jedes Jahr mehrere Triebe und breitet sich so langsam aus. An den Trieben bilden sich die wechselständigen Blätter. Sie sind oft fiedrig mit gezahntem Rand. Bei manchen Sorten entwickeln sich auch Nebenblätter.
An den Spitzen der 50 Zentimeter bis mehrere Meter hohen Trieben entwickeln sich die Knospen und Blüten. Die Blütenstände sind körbchenförmig und können die unterschiedlichsten Formen annehmen, je nach Sorte. Von einfachen Blüten über gefüllte bis hin zu ballförmigen.
In den Fruchtständen bilden sich meist viele längliche Samen.

Dahlie -Einteilung in Klassen

Die intensive Züchtung der Knollenpflanzen hat bis heute zirka 30.000-40.000 Dahliensorten hervorgebracht. Es existieren unterschiedliche Listungen, die aber wohl allesamt nicht vollständig sind. Immerhin hat man für den deutschsprachigen Raum inzwischen eine Einteilung der Sorten in 15 Klassen vorgenommen. Dabei handelt es sich nicht um eine botanische Einteilung, sondern um eine aus rein gärtnerischer Sicht. Neben den einfachen Sorten, gibt es halbgefüllte und gefüllte Sorten, Anemonen-Dahlien, Pompon-Dahlien, Kaktus-Dahlien, Orchideen-Dahlien und so weiter. Bei dieser Menge an Sorten, ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Ist die Dahlie giftig?

Nein, auch wenn man es manchmal anders hört. Im Gegenteil, die Blüten, Blätter und Knollen sind sogar essbar.

Dahlie Pflege

Dahlien sind relativ pflegeleicht, wenn sie den richtigen Standort haben. Allerdings sind sie nicht winterhart.

Dahlie Standort

Die Pflanzen mögen einen sonnigen bis maximal halbschattigen Standort in warmer, windgeschützter Lage. Der Boden sollte locker und nährstoffreich sein. Sandiger Boden eignet sich gut, bei lehmiger Erde sollte etwas Sand am Standort eingearbeitet werden.

Dahlie gießen

Dahlien benötigen einen mäßig feuchten Boden, sollten also während der Wuchsperiode regelmäßig, aber keinesfalls übermäßig gegossen werden. Am Besten dann gießen, wenn der Boden oberflächlich trocken wirkt. Staunässe gilt es unbedingt zu vermeiden, da die Knollen leicht faulen können. Mit trockenen Perioden kommt die Dahlie als Knollenpflanze schon besser klar. Im Notfall zeigt sie durch hängende Blätter den Notstand an und erholt sich nach dem gießen schnell.

Dahlie düngen

Da Dahlienknollen jedes Jahr neu gesetzt werden, bietet es sich an, die Pflanzlöcher vorab mit Kompost zu versorgen. Danach kann man ab und zu sparsam nachdüngen, auch wenn die Pflanze ihre Blühfreudigkeit im Herbst verliert, da die Knolle noch Reserven speichern muss. Spätestens im September aber sollte die Düngung eingestellt werden.

Gärtnertipp: Dahlie im Topf

Dahlien sind sehr gut für den Topf geeignet. Ein paar exotische Sorten am sonnigen Fenster sind ein echter Hingucker. Auch im Herbst setzen sie noch Blüten an und im frostfreien Wintergarten blühen sie noch einige Monate.

Dahlie schneiden

Dahlien sind ideale Schnittblumen. Am besten schneidet man die Stiele bodennah ab. Ansonsten lohnt es sich, im Garten oder Topf Verblühtes abzuschneiden, da dies die Bildung neuer Blüten anregt.

Dahlie überwintern

Dahlien sind nicht winterhart. Vor den ersten Frösten, wenn ihr Blattwerk beginnt zu vergehen, müssen sie ausgegraben und frostfrei überwintert werden. Das gelingt relativ leicht in kühlen Räumen. Vor dem Ausgraben werden die oberirdischen Teile bis auf wenige Zentimeter zurückgeschnitten. Die ausgegrabenen Knollen und Rhizome werden erst mal luftig gelagert, damit sie äußerlich abtrocknen können. Dann kann man sie zum Beispiel an einem kühlen dunklen Ort in einer Papiertüte lagern oder in einer Kiste mit Sand.

Dahlie vermehren

Die Aussaat mit Samen kann im zeitigen Frühjahr in Erdgefäßen erfolgen oder ab April/Mai im Garten. Die Samen kommen zirka zwei Zentimeter in die Erde. Die Keimdauer beträgt ungefähr zwei Wochen. Selbst gesammelte Samen sind aber meist nicht sortentreu. Die Blühfarbe und Form kann dann variieren.
Manche Sorten entwickeln sogenannte Brutzwiebeln in den Blattachseln. Diese kann man im frühen Herbst abnehmen und ebenfalls lagern, um sie im Frühjahr zu setzen.
Vor dem Einpflanzen kann man die Knollen auch teilen. Mit einem scharfen Messer getrennt, sollte jedes Teil einen Stängelansatz und Neutriebe besitzen.

Dahlie anpflanzen

Die Knollen können ab März bereits vorgetrieben werden. Dazu stellt man sie etwas heller. Ab Mai, nach den Eisheiligen werden sie dann in den Garten gesetzt. Die Knollen kommen nur wenige Zentimeter in die Erde und werden behutsam bedeckt, damit die neuen Triebe nicht beschädigt werden.

Dahlie Krankheiten

Verschiedene Viren können der Dahlie zusetzen. Das Blattwerk welkt und wird gelb. Der Wuchs ist gehemmt. Kranke Pflanzen können nur schwer behandelt werden. Am besten man nimmt sie aus dem Garten und entsorgt sie im Hausmüll, nicht auf dem Kompost!

Dahlien Schädlinge

Leider sind Dahlien eine Lieblingsspeise der Schnecken. Vor allem im Austrieb muss man sie daher schützen. Der Fraß reicht von löchrigen Blättern bis zum kompletten Abfressen der Triebspitzen. Vorgetriebe Dahlien haben eine größere Chance. Auch Läuse finden sich gern auf der Dahlie ein. Sie können die Pflanze schwächen oder zu krankhaftem Wuchs führen. Daher müssen sie eingedämmt werden.

Praxistipps

Pflanzen teilen

Eine beliebte und einfache Methode der Vermehrung. Sie wird schon von Alters her angewandt...

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Stecklinge

Die vegetative Vermehrung durch Stecklinge ist eine gängige Methode, die man leicht selbst durchführen kann....

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Vermehrung durch Ausläufer

Einige krautige und verholzende Pflanzen bilden unterirdische oder oberirdische Ausläufer, die man zur Vermehrung nutzen kann....

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Gründüngung

Eine nachhaltige Methode, den Boden mit Nährstoffen anzureichern....

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Fertige Komposterde kaufen

Kompost eignet sich hervorragend als Dünger. Wer ihn nicht selbst herstellen möchte, kann ihn auch kaufen....

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Pflanzen aus Samen selbst ziehen

Ob gekauft oder gesammelt - es macht Spaß und lohnt sich Pflanzen selbst aus Samen zu ziehen. Informationen zur Auswahl, Aussaat, Anzucht und Pflege....

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Stallmist ist ein wertvoller organischer Dünger. Nicht nur der Bauer, auch der Hobbygärtner kann ihn nutzen....

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Gießtabellen richtig anwenden

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Dahlie Verwendung

Wenig bekannt ist, dass man verschiedene Pflanzenteile der Dahlie essen kann.

Dahlien in der Küche

Die Dahlie ziert nicht nur den Garten oder den Topf, sondern auch den Salat. Die Blütenblätter sind essbar und eine tolle Dekoration. Ihr Geschmack variiert je nach Sorte. Meist schmecken die Blüten etwas erdig.
Auch die Knollen kann man essen. Dazu werden sie wie Kartoffeln gekocht und dann geschält. Aber nicht alle Sorten haben einen angenehmen Geschmack. Meist sind es die Knollen der Semi-Kaktus Sorten, die sich für den Verzehr eignen. Ihr Geschmack erinnert an Sellerie oder Kohlrabi.

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